Die Tageseinrichtung des Centre Thérapeutique
12, rue Winston Churchill
L-4434 Soleuvre
Tél.: 59.20.14.1
Fax: 59.20.14.57
e-mail: la.passerelle@kannerschlass.lu
Kontaktperson
Renate Becker (Leiterin des Centre Thérapeutique)

Personal der Tagesstruktur La Passerelle
Leitung:
BECKER Renate (Diplompsychologin, approbierte Psychotherapeutin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin)
Familientherapeutinnen:
LAMBERT Denise (Diplompsychologin)
LE MARCHAND Valérie (Diplomsozialarbeiterin)
Team:
CIAFFONE Nadine (Diplomierte Erzieherin, Koordinatorin)
DAMAN Veronique (Diplomierte Erzieherin)
DEMARET Fabia (Diplomierte Erzieherin)
LUCHETTI Jessica (Sozialpädagogin)
RALINGER Christiane (Sozialpädagogin)
Schulpersonal:
GRIESBAUM Christine (Lehrerin)
HILGER Lis (Lehrerin)
Haushaltshilfen:
FORTES Vera
ZAMOLO Nadia
Konzept
Die Tagesstruktur des Centre Thérapeutique „La Passerelle“ in Soleuvre betreut bis zu vierzehn verhaltensauffällige Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren. Pädagogisch und therapeutisch geschultes Fachpersonal bietet hier eine breite Palette von gruppenorientierten Ateliers und individuellen Therapiemassnahmen an.

Das multimethodale Behandlungsangebot wird zudem durch eine angegliederte Schulklasse ergänzt. Dort erhalten die Kinder von zwei Lehrkräften, ein auf ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten angepasstes schulisches Programm.
Die Familienarbeit ist ein weiterer zentraler Arbeitsschwerpunkt des gesamten therapeutischen Prozesses; dies gilt sowohl für die Tageseinrichtung La Passerelle als auch für die drei weiteren Strukturen des Centre Thérapeutique.
Geographische Lage

Zielgruppe
Die La Passerelle betreut tagsüber acht Kinder im Alter zwischen fünf bis zwölf Jahren. Das pädagogisch-therapeutische Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche mit sozialen, emotionalen und kognitiven Problemen.

Aufnahmebedingungen und -ablauf
Anfragen zur Aufnahme in das Centre Thérapeutique können sowohl von den Eltern/Erziehungsberechtigten selbst, wie auch von SozialarbeiterInnen, Lehrkräften, ErzieherInnen, PsychologInnen, KinderpsychiaterInnen also professionellen MitarbeiterInnen des sozialen Sektors gestellt werden, das Einverständnis der Eltern natürlich vorausgesetzt.
Ein Erstkontakt wird zunächst über die Leiterin des Centre Thérapeutique Frau Renate Becker diplomierte Psychologin und Psychotherapeutin hergestellt. In einer zweiten Phase können Interessierte weiterführende Informationen durch den Besuch der Einrichtung erhalten. Abschliessend wird im gemeinsamen Gespräch mit der Leiterin dann überlegt, welche Struktur des Centre Thérapeutique (eher die Tageseinrichtung oder die Tag- und Nachtstruktur) den Bedürfnissen und Schwierigkeiten des Kindes wohl am ehesten gerecht werden könnte.
Nachdem die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten die Einrichtung etwas näher kennen lernen konnten und der Wunsch nach einer Behandlung weiterhin besteht, wird eine Beobachtungsphase des Kindes von einer Woche festgelegt. Eine solche Beobachtungsphase dient in erster Linie der Diagnostik. In jedem Fall werden die grundlegenden Informationen zu den Schwierigkeiten und Förderbedürfnissen des Kindes vom Fachpersonal des Centre Thérapeutique zusammengetragen und der Familie sehr detailliert mitgeteilt.
Parallel dazu wird das Kind von einem/einer Kinder- und JugendpsychiaterIn untersucht.
Während dieser Beobachtungsphase nimmt auch die Familientherapeutin Kontakt mit den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten des Kindes auf. In mehreren Gesprächen und einem Hausbesuch werden sowohl die bisherigen Schritte zur Problembewältigung als auch die nach wie vor bestehenden Erziehungsschwierigkeiten detailliert angesprochen. Die Familientherapeutin versucht ebenso weitere belastende familiäre Probleme zu erfassen, die das Alltagsleben erschweren.
Gleichzeitig bemüht sie sich, mit den Angehörigen vorhandene Ressourcen zu ermitteln, die eventuell eine Veränderung der meist langjährig bestehenden Schwierigkeiten einleiten könnten.
In einem sogenannten abschiessenden Bilanzgespräch entscheidet dann die Familie mit der Leiterin und dem Team des Centre Thérapeutique, ob und ab wann das Kind aufgenommen werden kann.
Die Therapiedauer erstreckt sich in der Regel über ein bis zwei Jahre. Während dieser Betreuungszeit wird gezielt mit dem Kind gearbeitet, aber auch mit den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten. Eine enge Kooperation zwischen der Familie und den MitarbeiterInnen des Centre Thérapeutique gehört zu den Grundvoraussetzungen einer gezielten und längerfristigen pädagogischen und therapeutischen Förderung des Kindes. Somit sind die Eltern dazu angehalten, regelmässig an familientherapeutischen Gesprächen teilzunehmen.

Die La Passerelle wurde im November 1991 als erste Struktur des Centre Thérapeutique ins Leben gerufen. In all den Jahren hat das Konzept vielfältige Bereicherungen erfahren. Die Idee der „Passerelle Steg, kleine Brücke“ hergeleitet aus dem französischen, hat jedoch überdauert.
Das Centre Thérapeutique versteht sich in allererster Linie als „Anlegestelle“ für verhaltensauffällige Kinder und deren Familien, auf der Suche nach Unterstützung bei der Bewältigung ihrer oft sehr schwerwiegenden Probleme. Die pädagogisch-therapeutische Arbeit mit dem Kind und seiner Familie stellt sicherlich das zentrale Element der La Passerelle dar und bietet der Familie die Chance über diese „kleine Brücke“ ein neues Ufer zu suchen bzw. zu erreichen.
Zur Idee der Passerelle zählt neben ihrer Funktion als Anlegestelle und Brückenbau auch das Ablegen vom Steg. Nach der abgeschlossenen Behandlung in der Passerelle kann das Kind in der Regel wieder ganz in seine Familie integriert werden und die öffentliche Schule besuchen. Ist dies aus den unterschiedlichsten Gründen noch nicht möglich, kann die Arbeit in den beiden Nachsorgeeinrichtungen des Centre Thérapeutique (Foyer Demian, Foyer Jacoby) fortgesetzt werden. Auch bei der Orientierung in eine andere Institution (etwa Internat, Heimgruppe, Schule, etc.) werden die Familie und ihr Kind bei der Entscheidungsfindung begleitet.
Die Familientherapie
Um eine Familie unterstützen zu können, ist es absolut notwendig, dass sie aktiv an den Familiengesprächen im vierzehntägigen Rhythmus partizipiert.
„Das Kind in der Familie“ steht zunächst im Vordergrund der Gespräche. Die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten werden in diesen Sitzungen nachhaltig unterstützt, ein realistisches Bild ihres Kindes zu entwickeln. Sie erhalten sehr genaue und für das alltägliche Leben nachvollziehbare Informationen, welche Entwicklungsdefizite und welche Fähigkeiten es hat, welche Hilfestellung es benötigt, um Fortschritte machen zu können, aber auch wo die Grenzen der Weiterentwicklung liegen.
Dieser oft sehr schwierige Prozess zielt stets auf eine Verbesserung der Eltern-Kind-Beziehung ab, die unter der langjährigen problembeladenen Lebenssituation oft sehr gelitten hat und angespannt ist.
In einem zweiten Schritt werden die Eltern dann dazu angeleitet, die Bedürfnisse ihres Kindes besser einzuschätzen: Im Rahmen dieses Arbeitsschrittes werden konkrete alltägliche Situationen (etwa das Zu-Bett-Gehen, Hausaufgaben, gemeinsames Spielen, etc.) besprochen, geplant und mit der professionellen Hilfe der Familientherapeutinnen vorstrukturiert.
Der Aufbau von Erziehungskompetenzen entspricht häufig den konkreten Anfragen der Eltern. Eine gewisse Offenheit und ein beträchtliches Mass an Engagement gehören jedoch zu den Grundvoraussetzungen einer erfolgreichen Zusammenarbeit.
Die Arbeit mit dem Kind

Jedem Kind in der La Passerelle steht eine Bezugsperson zur Verfügung. Diese(r) sogenannte ReferentIn widmet sich seinem/ihrem Referenzkind in ganz besonderem Masse. Die beiden bilden zusammen mit der Familientherapeutin und den Eltern das Kernteam im gesamten Therapieverlauf. Die Arbeit der MitarbeiterInnen des Centre Thérapeutique zielt darauf ab, eine professionelle stabilisierende und klare Beziehung mit dem Kind aufzubauen. Sie bildet die notwendige Grundlage für die etwa ein- bis zweijährige Arbeit.
Gleichzeitig werden die Kinder in einem hoch strukturierten Rahmen und sehr transparenten Setting betreut. Da sie in der Regel vom Geschehen in ihrem (familiären) Umfeld bisher überfordert waren oder nicht selten verwirrende (Beziehungs-)Botschaften erhielten, finden die Kinder nun den für sie notwendigen und hilfreichen klaren Rahmen vor: Sie können lernen stabilere Beziehungen aufzubauen.
Die wohlwollende, einfühlsame Haltung des erzieherischen Personals und das strukturierte, klare Umfeld mit seinem transparenten Regelwerk ermöglichen häufig erst Verhaltensänderungen und weiterführende Entwicklungsschritte. Diese Rahmenbedingungen sind unerlässlich, da ein Kind ansonsten nicht der enormem Anstrengung, die eine intensive therapeutische Arbeit in diesem Alter darstellt, gewachsen wäre.
Die Schule

Die Kinder erhalten neben der therapeutischen Betreuung zusätzlich eine gezielte schulische Förderung. Die beiden Lehrkräfte entwickeln sehr individualisierte Lernprogramme, die auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten des einzelnen Kindes abgestimmt sind.
Die schulische Förderung fügt sich dabei nahtlos in den therapeutisch dominierten Tagesablauf ein; der strukturierende Rahmen, das detaillierte Regelwerk und der professionelle Beziehungsaufbau gelten auch für den schulischen Bereich.
Die Ateliers
Die inhaltliche Gestaltung und Leitung der Ateliers obliegt den ErzieherInnen. Die Beratungsangebote in den Ateliers beziehen sich sowohl auf Kleingruppen mit bis zu sechs Kindern als auch auf Einzelfördermassnahmen.
Der gruppenorientierte Ansatz steht dabei im Vordergrund: Die gezielte Einübung von sozial angepasstem Verhalten (z.B. wie kann ich mein Missfallen innerhalb einer Gruppe zum Ausdruck bringen, ohne verbal oder körperlich aggressiv zu werden) ist täglicher Bestandteil der Arbeit. Aber auch spezifischere allgemeine bzw. weiterführende individuelle Ziele im sozialen und emotionalen Bereich können in den Kleingruppen bearbeitet werdenEin reger Austausch unter den MitarbeiterInnen, die präzise Kenntnis der Problematik eines jeden Kindes und die gleichzeitig sehr enge Absprache mit der therapeutischen Leiterin ermöglichen dieses gezielte gruppenübergreifende Arbeiten seitens des erzieherischen Personals; sowohl den Förderbedürfnissen des einzelnen Kindes als auch der Gesamtgruppe kann somit Rechnung getragen werden.
Neben diesem gruppenorientierten Angebot erhält jedes Kind wöchentlich ein sogenanntes individuelles Atelier. In dieser Stunde widmet sich der/die Referent/in ausschliesslich den Bedürfnissen, Schwierigkeiten und individuellen Förderbedürfnissen seines/ihres Referenzkindes. Hier können beispielsweise sehr persönliche Problembereiche bearbeitet werden, wie etwa Konflikte mit FreundInnen, Beziehungsprobleme in der Familie oder den übergeordneten ebenfalls sehr konkreten Erziehungs- bzw. Therapiezielen.
Individueller Wochenplan eines Kindes in der Tagesstruktur „La Passerelle“ im Centre Thérapeutique der Fondation Kannerschlass
