Fondation Kannerschlass
157, rue de Soleuvre
L-4487 Belvaux
Tél: 59.64.68. | Fax : 59.64.58.
e-mail: foyer.janosch@kannerschlass.lu
Kontaktperson: Christiane Feidt (chef de groupe)

Personal des Foyer Janoschs
Pädagogische Beraterin:
KIEFER Colette (Sozialarbeiterin)
Team:
FEIDT Christiane (Diplomierte Erzieherin - Chef de groupe)
BILOCQ Fabian (Sozialpädagoge)
BLASBERG Sylvia (Diplompädagogin)
NEVEN Monique (Diplomierte Erzieherin)
OTH Martine (Sozialpädagogin)
REINESCH Laurent (Sozialpädagoge)
Haushaltshilfe:
CHASSARD Isabelle
Lage und Beschreibung des Hauses:

Im Rahmen der Dezentralisierung der Fondation Kannerschlass zog das Foyer Janosch 1997 vom Sanemer Schloss in ein Einfamilienhaus in der Ortschaft Belvaux. Da das Haus zentral im Ortskern liegt, sind Spiel- und Primärschule sowie Spielplätze oder Bushaltestellen zu Fuss erreichbar.
Das Foyer Janosch befindet sich in einem freistehenden großzügigen Einfamilienhaus mit entsprechenden Räumlichkeiten: ein geräumiges Wohn- und Esszimmer, ein Aufenthaltsraum, sowie 5 gemütliche Schlafzimmer (meist 2-fach Belegung der Zimmer). Der große Garten bietet den Kindern und Jugendlichen Freizeitmöglichkeiten auch außerhalb des Hauses.
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Da wir über keine hauseigene Schule verfügen, besuchen die Kinder und Jugendlichen die für sie infrage kommende Schule am Ort bzw. in der Umgebung.
MitarbeiterInnen
Zum Team des Foyer Janosch gehören acht MitarbeiterInnen: Sechs qualifizierte ErzieherInnen (z.T. mit Zusatzausbildungen, wie z.B. FamilienberaterIn, Triple P), die sich fünf Ganztagsstellen zu je 40 Stunden teilen, sowie eine Haushaltshilfe. Unser Team wird in seinem erzieherischen Handeln durch eine pädagogische Beraterin sowie durch eine systemische Familientherapeutin/Psychologin unterstützt.
Um eine regelmäßige Reflexion der erzieherischen Arbeit und des Informationsaustausches zu gewährleisten, trifft sich das ganze Team einmal die Woche. Es wird in diesen Versammlungen u.a. die aktuelle Befindlichkeit des Kindes bzw. Jugendlichen, seiner Familie und seine schulische bzw. berufliche Perspektive besprochen; zudem bemühen wir uns, Lösungen bezüglich aktueller Konfliktsituationen zu finden. Familiengespräche werden vor- und nachbereitet, sowie spezifische Probleme in der Gruppe angesprochen. In regelmässigen Abständen werden auch die Erziehungsziele hinsichtlich der sozialen, emotionalen und kognitiven Entwicklung überprüft und evaluiert.
Zur Bewältigung der unterschiedlichen und sich stetig ändernden Anforderungen des erzieherischen Alltags nehmen die ErzieherInnen kontinuierlich an Fort und Weiterbildungen teil.
Unsere Hilfsangebote sind gedacht für Jungen und Mädchen, bei denen auf Grund einer schwierigen Familiensituation (Suchtproblematik, psychische Erkrankungen der Eltern, physische und psychische Vernachlässigung der Kinder, sexueller Mißbrauch, mangelnde Erziehungskompetenzen etc.) eine ambulante Hilfe nicht ausreicht und ein Verbleib in der Familie kurz- oder längerfristig nicht möglich ist. Oftmals, bedingt durch die kritische häusliche Situation, zeigen diese jungen Menschen Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensauffälligkeiten im sozialen, kognitiven und emotionalen Bereich.
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Das Foyer Janosch ist eine Wohngruppe der Fondation Kannerschlass, |
Zwischenzeitlich werden jedoch auch zunehmend sogenannte Eigen-problematiken (ADHS, Dyslexie, Dyskalkulie, neurologische Störungen) der Pensionäre diagnostiziert, die nicht nur ursächlich auf das familiäre Milieu bezogen werden können. Hier scheitert nicht selten die soziale Eingliederung des Kindes in Familie und Schule aufgrund ihres problematischen Störungsbildes. Nicht aufgenommen werden Kinder/Jugendliche mit starker geistiger oder körperlicher Behinderung.
Ziele der Arbeit:
Ziel unserer Arbeit ist es, den Eltern und Kindern zu helfen, die Ursachen ihrer schwierigen Situation zu erkennen, sowie Bedingungen, die diese aufrechterhalten zu benennen. Gemeinsam mit den Familien suchen wir nach möglichen Lösungen bzw. unterstützen sie dabei zu lernen, mit den bestehenden Schwierigkeiten umzugehen.
Für die Dauer ihres Aufenthalts im Foyer Janosch wollen wir den Kindern die Möglichkeit bieten, sich in einer professionellen Umgebung weiter zu entwickeln und an eventuell vorhandenen Verhaltens-auffälligkeiten oder Entwicklungsverzögerungen zu arbeiten. Eine genaue Diagnose der Problemlage bei der Aufnahme und eine individuelle, an den Ressourcen des Kindes orientierte Förderung sollen dies ermöglichen.
Folgende Bereiche sind uns in diesem Zusammenhang besonders wichtig:
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- das körperliche und emotionale Wohl des Kindes |
Die erzieherische Arbeit im Foyer Janosch:
Vor der Aufnahme eines Kindes bzw. Jugendlichen in das Foyer Janosch wird in den ersten Gesprächen mit den Eltern (oder mit den anfragenden Professionellen) deren Problemsicht sowie deren Erwartung abgeklärt. Zudem werden Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten sowie die voraussichtliche Dauer des Heimaufenthaltes besprochen und schriftlich in einem Vertrag fixiert.
Damit das Kind langsam und behutsam in die Gruppe eingeführt werden kann, werden Schnuppernachmittage und -tage festgelegt, an denen es schrittweise sein neues Umfeld kennen lernen kann.
Die erzieherische Arbeit im Foyer Janosch beginnt mit einer dreimonatigen Beobachtungsphase und dem Sammeln von Informationen aus der Vorgeschichte des Pensionärs. Hierzu gehören Berichte der Eltern von der Schwangerschaft über die frühe Kindheit bis hin zum heutigen Entwicklungsstand des Kindes. Hinzu kommen Beurteilungen und Informationen von ÄrztInnen, Lehrpersonen, SozialarbeiterInnen und TherapeutenInnen. Diese diagnostischen Informationen dienen als Grundlage zur Erstellung eines individuellen Erziehungsplanes.
Nach einer ersten Evaluation werden die individuellen Ziele für das Kind bzw. den Jugendlichen erarbeitet, im speziellen für die Bereiche:
- Kognitives Verhalten
- Sozialverhalten
- Emotionale Entwicklung
- Motorische Fähigkeiten.
Dabei ist es wichtig am Ist-Zustand der Pensionäre anzusetzen und entsprechend ihrer Ressourcen, kleine Lernschritte auszuarbeiten und Ziele festzulegen.
Oftmals zeigen sich nach einem neurologischen/psychiatrischen Check oder der Intelligenzdiagnostik Defizite in Bereichen, für die wir auch andere Professionelle aus dem therapeutischen (z.B. Logopädie, Ergotherapie) und/oder dem medizinischen Bereich hinzuziehen müssen. Die daraus resultierenden diagnostischen Ergebnisse und die entsprechenden Maßnahmen werden schriftlich im Erziehungsplan fixiert und nach einer sechsmonatigen Förderphase in einer Teamversammlung evaluiert. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird eine erneute Anpassung der Erziehungsziele an den aktuellen Entwicklungsstand des Kindes bzw. des Jugendlichen vorgenommen. An dieser Reflexion sind alle ErzieherInnen, die pädagogische Beraterin und die Leiterin der Institution beteiligt.
Die soziale Integration:

Die Gruppe wird als sozialer Erfahrungs- und Lernraum aktiv genutzt. Hier lernen die jungen Menschen einen klar strukturierten Alltag kennen. Der gemeinsame Zeitrahmen (Mahlzeiten, Hausaufgaben, Freizeitaktivitäten, u.s.w.), der sich täglich wiederholt, bietet ihnen die nötige Sicherheit und Stabilität. Immer wiederkehrende Rituale wie z.B. Geburtstags-, Weihnachtsfeiern sowie Abschieds- und Willkommensrituale unterstützen diesen Prozess.
In der Gruppe lernen die Kinder und Jugendlichen den Umgang mit Regeln und Verpflichtungen. In den regelmäßigen Gruppenversammlungen sollen sie üben, ihre Wünsche und Meinungen auszudrücken. Rücksicht zu nehmen und mit den eigenen Aggressionen umgehen zu lernen, ist nicht nur eine notwendige Voraussetzung für ein funktionierendes Gruppenleben, sondern ebenfalls ein stabilisierender Faktor für das einzelne Kind.
Ein wichtiger Aspekt der sozialen Integration ist die Aufnahme von Außenkontakten: Die Kinder und Jugendlichen werden dazu ermutigt, soziale Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Dies bedeutet auch, dass der Besuch von FreundInnen in unserer Gruppe sehr erwünscht ist. Zudem ist jedes Kind Mitglied in einem Sport- oder Freizeitclub.
Die kognitive Förderung:

Eine enge Zusammenarbeit mit dem Schulpersonal oder Service de Guidance ist unerlässlich, um eine gezielte Förderung unserer Pensionäre im schulischen Bereich zu ermöglichen und etwaige Probleme (z.B. ADHS, Dyslexie) frühzeitig zu erkennen und zusätzliche Fördermöglichkeiten in die Wege zu leiten (z.B. Orthophonie, Logopädie).
Bei der Hausaufgabenbetreuung helfen oftmals individuell erstellte Lernpläne, die die Kinder und Jugendlichen allmählich zur Selbständigkeit und zum strukturierten Arbeiten hinführen sollen.
Zudem berücksichtigen wir spezifische Einzelproblematiken: Bei ADHS- Kindern bemühen wir uns beispielsweise, die Arbeitsbedingungen des Kindes so zu gestalten, dass es ruhig und konzentriert, ohne äußere Ablenkung arbeiten kann.
Der/die ReferentIn ist die wichtigste erwachsene Bezugsperson für das Kind bzw. den Jugendlichen in der Gruppe. Wöchentliche Gespräche gehören zum erzieherischen Alltag und dienen dem Aufbau einer professionellen Beziehung. Durch die emphatische Haltung des/der Bezugserziehers/in in der oft langjährigen Beziehung wird dem Kind das Gefühl von Sicherheit und des „Sich-Kümmerns“ vermittelt. Der/die ReferentIn unterstützt es darin, Gefühle (Wut, Angst, Trauer, Freude, Frust etc.) besser wahrzunehmen und differenzieren zu können. Dem Kind und dem Jugendlichen zu einer realistischen Selbsteinschätzung zu verhelfen, ist ebenso Aufgabe der Referenzperson, wie das Aufzeigen von klaren Grenzen.

Der/die ReferentIn behält den Überblick in allen das Kind betreffenden Bereichen wie Schule, Familie und Gesundheit. Als feste Bezugsperson übernimmt sie maßgeblich Verantwortung dafür, dass die Ziele des Erziehungsplanes auch vom Team umgesetzt werden. Die Referenzperson ist somit Bindeglied zwischen dem Kind und allen maßgeblichen Institutionen.
Verlassen die Jugendlichen mit 18 oder 19 Jahren die Wohngruppe, wird im Vorfeld gemeinsam mit ihnen eine Zukunftsplanung erstellt. Eine eventuelle Rückkehr in die Herkunftsfamilie, ein Übergang in eine Jugendwohngruppe oder in eine eigene Wohnung wird vorbereitet. .
Arbeit mit der Familie
Das Ziel der kontinuierlich stattfindenden Familiengespräche ist eine Aufrechterhaltung bzw. Verbesserung der Eltern-Kind-Beziehung oder, falls das Familiensystem Änderungsbereitschaft zeigt, eine Rückführung des Kindes oder Jugendlichen in seine Familie.
Nach systemischer Betrachtungsweise sind angestrebte Veränderungen nur mit Hilfe der elterlichen Zusammenarbeit möglich, da das „Problemkind“ bzw. das „Problem des Kindes“ in seinem familiären System oftmals eine bestimmte Funktion erfüllt. Häufig kann aber auch die Eigenproblematik des Kindes bzw. des Jugendlichen zur Überforderung der Eltern führen, sodass sie ihm nicht mehr gerecht werden können.
Die Bereitschaft der Eltern oder anderer familiärer Subsysteme zur Mitarbeit ist eine notwendige Voraussetzung für eine unterstützende Familienarbeit. Bei gerichtlichen Heimeinweisungen muss in der Regel die Motivation zur Mitarbeit erst hergestellt werden, was sich häufig sehr schwierig gestaltet.
Wir versuchen Hilfestellungen bzw. sehr konkrete Anleitungen zu geben, um Veränderungen und Verbesserungen der Erziehungsbedingungen im familiären System zu erreichen, damit die Eltern ihren erzieherischen Alltag wieder weitestgehend alleine bewältigen können.
Ein respektvoller Umgang mit den Eltern beinhaltet, dass sie entsprechend ihrer Kompetenzen ihre elterliche Verantwortung behalten können. Dies bedeutet nicht nur das gemeinsame Suchen nach Lösungen, sondern auch das Aufrechterhalten des regelmäßigen Eltern-Kind-Kontaktes. Bei den Wochenend- oder Ferienbesuchen der Kinder und Jugendlichen zu Hause leisten wir entsprechende Hilfestellung.
Die Familiengespräche finden in regelmäßigen Abständen, etwa alle vier Wochen oder nach Bedarf auch in einem kürzeren Zeitraum statt. Sie dienen nicht nur der Beratung, sondern auch dem gegenseitigen Informationsaustausch oder dem Bilanzziehen.
Arbeit mit dem sozialen Netzwerk
Die Kooperation mit dem Jugendgericht, dem Service de Guidance, der Schule und anderen Professionellen ist in der Aufnahme- und Entlassungsphase unerlässlich sowie im Verlauf des Heimaufenthaltes häufig angezeigt.

Perspektiven
Das Foyer Janosch ist und soll auch weiterhin als „klassisches“ Foyer konzipiert bleiben. Wir bemühen uns jedoch auch zukünftig, uns kontinuierlich den variierenden Bedürfnissen des jeweiligen Klientels anzupassen, sei es hinsichtlich der Altersstruktur oder der sich stetig verändernde Problematik.
